Wir sollten uns
heute an seinem
Vorbild messen.


Zum 150. Todestag
des DOG-Gründers
Albrecht von Graefe

Die DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft – gedenkt anlässlich des 150. Todestages ihres Gründers Albrecht von Graefe.

Mit einer Kranzniederlegung am Denkmal des berühmten Augenarztes an der Berliner Charité, einem Kongress-Festsymposium, dem Besuch der Albrecht von Graefe Schule in Berlin-Kreuzberg und einer neuen Graefe-Biographie will die Fachgesellschaft vor allem an die zeitlosen Werte erinnern, die von Graefe vertrat.

Der Berliner Ophthalmologe erlag am 20. Juli 1870 einer Tuberkulose.

Albrecht von Graefe (1828 – 1870) rief 1857 in Heidelberg die DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft ins Leben und begründete damit das Fach Augenheilkunde, das zuvor zur Chirurgie gehörte. Von Graefe war wissenschaftlich äußerst produktiv und in der klinischen Anwendung sehr innovativ. So beschrieb von Graefe als Erster Augenerkrankungen wie die Aushöhlung des Sehnervenkopfs beim Grünen Star oder den Verschluss der Netzhautarterie, der oft zur Erblindung führt. Er entwickelte einen Schnitt in die Regenbogenhaut, um den Augeninnendruck beim Grünen Star zu senken, und eine Operationstechnik des Grauen Stars, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Anwendung fand. Insgesamt erzielte von Graefe beachtliche operative Erfolge. 

Seine private Augenklinik in Berlin genoss bald nach ihrer Eröffnung 1852 sowohl in der Praxis als auch in der Forschung Weltruhm – zahlreiche Patienten und Schüler aus dem Ausland fanden den Weg in die 120-Betten-Einrichtung. Neben einer korrekten Diagnose und der Weitergabe und Vermittlung von Wissen war von Graefe aber immer auch der Ausgleich zwischen sozial schwächeren und wohlhabenderen Patienten wichtig.

Für den späteren Charité-Ordinarius habe stets das Wohl des Patienten im Mittelpunkt gestanden, unabhängig von Einkommen und Stand.

„Wir sollten uns heute an seinem Vorbild messen und uns gegen Fehlentwicklungen angesichts der zunehmenden Ökonomisierung im Gesundheitswesen wehren, die diesen Zielen entgegenstehen“, DOG-Präsident Hoerauf 2020. 

Auf die Werte, die von Graefe vertrat, geht auch die neue Biographie aus der Feder des Leiters des Forschungsbereichs Geschichte der Augenheilkunde in Tübingen, Professor Dr. med. Jens Martin Rohrbach, ein. Von Graefe stand für ein humanes, empathisches Arzttum. Und er war beseelt von dem Gedanken, dass sich größerer Fortschritt nur durch internationale Zusammenarbeit und das Prinzip der Wissenschaftlichkeit erreichen lässt.